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Tag 12: Peek-A-Boo, Spooky, Devils Garden - Escalante

Den heutigen Tag können wir relativ ruhig angehen lassen. Gegen 6:00 Uhr stehen wir auf und packen unsere restlichen Sachen zusammen. Anschließend wird die Kühlbox mit Eis gefüllt. Wir bringen alles ins Auto und gehen dann noch zur Rezeption, um auszuchecken und uns mit Kaffee und Tee zu versorgen.

Bevor es losgeht fahren wir schnell noch zur Tankstelle, die sich gleich in der Nähe des Motels befindet. Zum einen müssen wir tanken, doch wir wollen auch noch den Reifendruck kontrollieren. Irgendwie sehen die Reifen etwas platt aus. Da wir uns hier in der Nähe des Lake Powells befinden, müssen wir für Luft bezahlen. Das liegt daran, dass die Bootsbesitzer, wenn sie ihre Boote auf dem Hänger haben, die Luft etwas ablassen und anschließend wieder auffüllen. Und daher kann man in der Nähe vom Wasser mit Luft auch noch Geld machen. Aber was soll's, dann zahlen wir eben die USD 1,25. Und es war auch richtig, denn der Luftdruck ist tatsächlich viel zu gering. Um das ganze die nächsten Tage kontrollieren zu können, kaufen wir uns noch einen Reifen-Luftdruckmesser. Die Druckluftschläuche haben in den USA nämlich keinen integrierten Luftdruckmesser.

Dann verlassen wir Page und machen uns erneut auf den Weg in Richtung Ranger Station.

Kurz vorher biegen wir jedoch auf die Cottonwood Canyon Road ab. Nach ca. 1 km biegen wir dann auf die kleine "Straße" ab, die zu den Wahweap Hoodoos führt, denn von hier hatten wir ja vorgestern die Towers gesehen. Also halten wir erneut Ausschau und nach kurzer Zeit können wir sie wieder sehen. Auf den nächsten Weg, der nach rechts zur Abbruchkante führt, biegen wir dann ab. Leider führt er uns wieder weg von den Towers, so dass wir wieder umdrehen und den nächsten Weg nehmen. Und als wir die Abbruchkante erreichen, können wir sie erstmals in voller Pracht sehen. Wir parken unser Auto und schauen sie uns eine Weile aus der Ferne an.

Nachdem wir ein paar Fotos gemacht haben, überlegen wir, wie wir näher kommen, denn wenn wir es schon soweit geschafft haben, wollen wir sie natürlich noch aus der Nähe sehen.

Es führt zwar auch eine Straße oder eher ein Weg nach unten, doch dieser sieht sehr steil aus und hat tiefe Querrillen. Außerdem ist er mit vielen kleinen spitzen Steinen bedeckt. Wenn man hier ins Rutschen kommt, gibt es bestimmt kein Halten. Während Bianca darauf plädiert, nach unten zu laufen, möchte Matthias lieber fahren. Nach einer kurzen Diskussion steigen wir also ins Auto und fahren langsam nach unten. Zwischendurch muss Bianca immer wieder aussteigen, um Matthias einzuweisen oder Steine aus dem Weg zu räumen. Aber im Großen und Ganzen geht es ganz gut. Unten angekommen sehen wir eine kleine Hütte, vor der auch ein Wagen steht. Wir überlegen kurz, ob es sich hier wohl um Privatgelände handelt und der Bewohner der Hütte gleich mit einem geladenen Gewehr vor uns steht. Doch eigentlich müsste es sich um BLM-Gebiet handeln, so dass wir beschließen, einfach weiter zu fahren. Ein kurzes Stück können wir noch fahren, doch dann kreuzt ein ziemlich tiefer Wash die Straße, so dass wir unser Auto lieber parken. Von hier ist es auch nur noch ein kurzer Weg zu den Towers.

Also schnappen wir uns unseren Fotoapparat und laufen zu den Towers. Es sind riesige Steintürme und der eine sieht aus, als würde er ein Basecap tragen. Während die Türme von der Straße aus eher rötlich aussehen, sind sie von der Rückseite eher weiß. Wir machen etliche Fotos und halten uns hier ca. 30 Minuten auf.

Zurück am Auto überlegen wir, wie wir jetzt wieder zurück zur Cottonwood Canyon Road kommen. Den steilen Weg hinauf wollen wir nicht nehmen, dass ist uns etwas zu gefährlich. Also suchen wir uns lieber einen Weg hinauf zu der Straße von der wir gekommen sind. Dieser ist auch wesentlich kürzer und einfacher zu befahren.

Zurück auf der Cottonwood Canyon Road fahren wir diese weiter in Richtung Cannonville. Auch wenn wir hier an vielen interessanten "Sehenswürdigkeiten" vorbei kommen, halten wir heute nicht an, sondern nutzen die Straße nur als Abkürzung auf unserem Weg nach Escalante.

Gegen 12:00 Uhr kommen wir in Escalante an. Die nächsten Nächte wollen wir im Prospector Inn schlafen. Check-in ist erst ab 14:00 Uhr, aber trotzdem wollen wir fragen, ob wir vielleicht schon vorher in unser Zimmer kommen, damit wir heute nicht mit unserem Gepäck durch die Gegend fahren müssen.

Also fahren wir auf den Parkplatz des Prospector Inns und wollen anschließend die Rezeption betreten. Doch diese ist leider geschlossen. In der Tür hängt ein Schild auf dem steht, dass die Dame von der Rezeption zurzeit auf dem Gelände unterwegs ist. Also machen wir uns auf die Suche nach ihr. Ein Zimmermädchen hilft uns dabei und sagt, dass sie sie gleich nach vorn schicken wird. Nach kurzer Zeit kommt sie nach vorn und wir sind überrascht, denn es ist nicht die unfreundliche ältere Dame aus dem letzten Jahr. Diese Dame ist sehr nett. Wir nennen unseren Namen und die Dame zückt sofort unsere Email, die wir geschrieben haben. Sie erklärt, dass sie mit unseren Zeitangaben nicht klar gekommen sei, sie wisse nicht genau, ob wir nun drei oder vier Nächte bleiben wollten. Dies sei aber kein Problem, dass könnten wir uns noch überlegen, sie hält unser Zimmer solange frei. Einchecken können wir leider noch nicht, denn unser Zimmer ist noch nicht frei. Sie bietet uns jedoch an, dass sie unsere Koffer in ihrem Zimmer bis heute Abend abstellen kann. Zunächst zögern wir ein wenig, doch sie drängt uns förmlich dazu. Also laden wir unsere Koffer aus und tragen sie in das Zimmer an der Rezeption. Als sie uns fragt, was wir denn heute noch so vorhätten und wir ihr erzählen, dass wir noch ein wenig wandern wollen, bietet sie uns sofort noch etwas Wasser an. Da wir jedoch ausreichend mit Getränken versorgt sind, sollen wir zumindest noch unsere Kühlbox mit Eis volladen.

Glücklich darüber, unser Gepäck los zu sein und erstaunt über die freundliche Dame vom Prospector Inn, machen wir uns auf den Weg zum Trailhead Cafe. Im Cafe fragen wir nach Rick, denn für morgen haben wir mit ihm eine Canyoneering Tour gebucht. Rick ist zurzeit nicht da, aber wir treffen Amie, seine Freundin und Geschäftspartnerin. Amie steht bibbernd in Shorts und mit dickem Pulli vor uns, es ist aber auch wirklich ziemlich kalt hier. Sie begutachtet uns, haben wir jedenfalls das Gefühl, und erzählt uns dann ein wenig über unsere morgige Tour. Wir sind die einzigen, die für morgen gebucht haben, also kann Rick ganz auf unsere Wünsche eingehen. Amie erzählt, noch kurz, welche Kleidung wir morgen anziehen sollen - legere, praktische Kleidung, bei der es uns nicht Leid tut, wenn sie schmutzig wird oder sogar zerreist und festes Schuhwerk. Dann erzählen wir, dass wir heute noch die Canyons Peek-a-Boo und Spooky aufsuchen wollen. Amie meint zwar, dass diese Canyons schön seien, die Tour mit Rick aber wesentlich interessanter sein wird. Wir verabreden uns dann noch für morgen früh 8:00 Uhr und verabschieden uns.

Anschließend fahren wir aus Escalante heraus und biegen kurze Zeit später auf die Hole-in-the-Rock Road ab. Nach ca. 42 km biegen wir dann auf einen Weg ab, der uns zum Trailhead führen soll. Es geht streckenweise über den blanken Felsen, aber wir kommen relativ gut voran. In unserem GPS haben wir die Koordinaten von unserem Besuch aus dem letzten Jahr eingespeichert. Obwohl es dort einen Parkplatz und auch eine Feuerstelle gibt, nehmen wir an, dass es sich nicht um den offiziellen Trailhead handelt, zumal hier kein Trailregister zu sehen war. Außerdem war dieser Parkplatz unserer Ansicht nach nicht ohne weiteres mit einem normalen Pkw zu erreichen. Also versuchen wir eine andere in unserer Topomap eingezeichnete Strecke zu nehmen. Uns wird ziemlich schnell klar, dass auf dieser Strecke schon lange kein Auto mehr gefahren ist und irgendwann lässt sich der Weg zwischen dem hohen Gestrüpp nur noch erahnen. Wir drehen also um und fahren doch wieder zu dem Parkplatz aus vom letzten Jahr. Am Trailhead steht wieder kein einziges Auto und wir überlegen, ob wir wieder einmal falsch abgebogen sind.

Nichtsdestotrotz machen wir uns fertig und packen unsere Rucksäcke. Der Weg zu den Canyons führt uns zunächst über Slickrock und dann Sanddünen hinunter zum Wash. Dort angekommen folgen wir dem Wash zum Eingang des Peek-a-Boo Canyons. Auf dem Weg dorthin treffen wir auf eine große Gruppe von Amerikanern, die hier mit ihren Kindern einen Wochenendausflug unternehmen.

Am Eingang des Peek-a-Boo ist wieder einmal ein großer Pool.

Grundsätzlich ist dies für uns kein Problem, doch wir haben die Befürchtung, dass wir mit nassen und schlammigen Schuhen nicht die Moki-Steps hinaufklettern können. So richtig Halt hat man damit nicht. Also nehmen wir den Weg links am Canyon die Sanddüne hinauf. Wir versuchen, von hinten in den Canyon zu klettern. Hier ist der Canyon flach und der Einstieg ganz leicht.

Mit einigen Klettereinlagen kommen wir auch leicht voran.

Als der Canyon jedoch immer enger und höher wird, treffen wir im Canyon auf die nächsten Pools. Wir überlegen kurz, ob wir hier durch wollen, als wir plötzlich aus dem Canyon Stimmen hören. Es sind zwei junge Männer, die uns erzählen, dass im Canyon weitere Pools sind. Außerdem hätten sie auch eine Schlange angetroffen.

Wir entscheiden uns nicht weiterzulaufen, denn mit den nassen Schuhen würden wir den Abstieg bei den Moki-Steps nicht schaffen und wieder durch die Pools im Canyon zurück laufen müssen. Also suchen wir uns eine geeignete Ausstiegsstelle. Oben angekommen, schauen wir noch einmal von oben in den Canyon und gehen nach einer kurzen Pause weiter in Richtung Spooky Canyon. Auf dem Weg dorthin treffen wir ein älteres amerikanisches Pärchen - und es wird nicht unsere einzige Begegnung bleiben, aber dazu später. Die beiden schwärmen uns von Spooky vor und wir unterhalten uns kurz.

Nur wenige Minuten später stehen wir am Eingang des Canyons. Nach wenigen Metern wird der Canyon schmaler und wir müssen unsere Rucksäcke ablegen, da wir sonst nur mühsam weiter kommen würden. Wir haben viel Spaß dabei uns durch den engen Canyon zu zwängen und machen etliche Fotos.

Nach zwei Stunden in den Canyons machen wir uns langsam wieder auf den Rückweg zum Auto. Der Aufstieg über die Sanddünen und die Slickrock Felsen ist bei der Nachmittagshitze sehr anstrengend. Aber nach ca. 40 Minuten sind wir dann wieder am Auto. Da unser Getränkevorrat auf dem Rückweg zur Neige gegangen ist, sind wir froh, endlich an die Kühlbox zu kommen und etwas Kühles zu trinken.

Nach kurzer Verschnaufpause steigen wir wieder ins Auto und machen uns auf den Rückweg zur Hole-in-the-Rock-Road. Die Rückfahrt verläuft ohne weitere Probleme. Jetzt müssen wir nur noch die 42 km auf der Hole-in-the-Rock-Road nach Escalante zurücklegen. Ein Blick auf die Uhr verrät uns, dass in ungefähr einer dreiviertel Stunde die Sonne untergehen wird. Dies wäre doch eine gute Gelegenheit, am Devils Garden vorbeizuschauen, die optimale Sunset Location. Jetzt müssen wir nur noch schnell die 10 km bis zum Devils Garden Abzweig zurücklegen. Um ca. 17:45 Uhr sind wir endlich da. Es stehen noch zwei weitere Autos auf dem Parkplatz. Schade, sonst waren wir ganz allein hier. Schnell schnappen wir uns unseren Fotoapparat und die Videokamera und betreten die wunderschöne Steinlandschaft mit den seltsamsten Felsformationen. Leider sind wir etwas zu spät, die Sonne verschwindet schon fast hinter den umliegenden Bergen. Die beste Zeit, die sog. Golden Hour, haben wir knapp verpasst. Schnell werden noch ein paar Fotos gemacht, doch dann verschwindet die Sonne ganz hinter den Bergen.

Etwas enttäuscht kehren wir zu unserem Auto zurück, dann müssen wir wohl noch einmal wiederkommen.

Auf dem Parkplatz stehen jetzt auch die Halter der anderen Fahrzeuge. Der eine ist ein sonderbar aussehender Amerikaner mit langen weißen Haaren und die anderen sind die beiden Amerikaner, die wir vorhin kurz vor dem Spooky Canyon getroffen haben. Mit großem Hallo begrüßen wir uns. Der sonderbar aussehende Amerikaner zeigt den beiden gerade die Fotos, die er soeben vom Metate Arch gemacht hat. Die beiden können gar nicht glauben, dass man hier solche Fotos machen kann und fragen, ob er sie nicht aus dem Internet herunter geladen hat. Doch zum Beweis zeigt auch Matthias unsere Fotos.

Das amerikanische Pärchen erzählt uns, dass sie gerade ihre Hochzeitsreise - zum 25-jährigen, machen und zu ihren Wurzeln zurückkehren. Ihre Kinder seien jetzt schon groß und so haben sie beschlossen mit Zelt in den Südwesten zu reisen, wie sie es früher öfters gemacht haben. Dann kommt der seltsam aussehende Amerikaner dazu und erzählt uns, dass wir unbedingt zu den Calf Creek Falls fahren müssen, und zwar um die Mittagszeit. Dann würden die Tropfen des Wasserfalls vor den grünen Felsen aussehen wie "Thousands of Diamonds". Er kommt regelrecht ins Schwärmen, als er uns davon berichtet. Dann erzählt er uns noch von Petrographs und Petroglyphs, die wir hier in der Gegend finden würden. Die beiden Amerikaner sind ganz begeistert, ein Phänomen, das wir hier schon häufiger beobachtet haben. Während uns die Spuren und Hinterlassenschaften der amerikanischen Ureinwohner nicht so begeistern, sind die Amerikaner ganz verrückt danach. Der seltsame Amerikaner erzählt uns dann noch von einem Cliff Dwelling in der Nähe der Brücke über den Escalante und zeigt uns Bilder auf denen er scheinbar indianische Rituale im Feuerschein vollführt.

Nach einer halben Stunde, in der es auch schon wieder merklich kühler wurde, verabschieden wir uns alle und steigen in unsere Autos. Uns ist mittlerweile so kalt, dass wir im Auto die Heizung anschalten müssen.

Schnell werden die letzten 26 km auf der Hole-in-the-Rock-Road zurückgelegt, dann haben wir wieder geteerten Untergrund unter den Reifen. Kurz darauf erreichen wir Escalante und fahren zum Prospector Inn, wo wir erst einmal einchecken und unsere Koffer abholen. Wir haben uns wieder für ein Zimmer im Obergeschoss entschieden und schleppen daher unsere Koffer hoch. Das Zimmer ist so wie wir es noch in Erinnerung haben und wir fühlen uns gleich wieder wohl. Irgendwie ist es wie nach Hause zu kommen.

Die Koffer lassen wir erst einmal so stehen und fahren gleich zur Tankstelle am Ortsausgang von Escalante. Hier gibt es die Piccadilly Circus Pizza, die wir so gerne mögen. Wir bestellen wieder die Large Double Layer Pepperoni Pizza. Darauf müssen wir ca. 10 Minuten warten, dann können wir sie mitnehmen. Schnell geht es zurück zum Prospector Inn. Während Matthias schon einmal den Tisch deckt, geht Bianca zur Rezeption, um Eis zu holen.

Nach dem Essen packen wir die Koffer aus, schließlich bleiben wir hier drei Nächte. Wir schauen noch ein wenig Baseball im Fernsehen und dann gehen wir schlafen, schließlich ist morgen unser großer Canyoneering Tag.


Der zwölfte Tag in Daten:

Datum
16. September 2006

Motel
Prospector Inn, Escalante
Preis pro Nacht (2 Queen Beds): USD 63,27 = EUR 50,75

Permits

Sonstige Ausgaben
Telefongebühren Motel 6 (trotz Nutzung einer Calling Card): USD 4,50 = EUR 3,61
Tanken bei Maverik in Page: USD 21,79 = EUR 17,48
Pizza bei Sinclair in Escalante: ? (bar bezahlt)

Entfernung
310 km

GPS-Track und Höhenprofil

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