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Tag 4: Bull Valley Gorge, Round Valley Draw, Grosvenor Arch, Kodachrome Basin - Escalante

Den heutigen Tag lassen wir etwas ruhiger angehen. Wir stehen um 6:30 Uhr auf und machen uns fertig. Anschließend schreiben wir noch an unserem Reisebericht von vorgestern - wir sind etwas in Rückstand. Wir packen die Koffer, kaufen noch etwas Eis für die Kühlbox im Shop des Grand Staircase Inn und machen uns auf den Weg.

Da Matthias im Motelzimmer eine schwache Wireless Internet-Verbindung bemerkt hat, fahren wir mit unserem Laptop durch Cannonville, um einen besseren Empfang zu finden. Aber nicht etwa vor dem Motel oder der Ranger Station finden wir sie, sondern vor dem KOA Campingplatz. Wir rufen also schnell noch Emails ab und stellen die Bilder vom ersten Tag und den Reisebericht vom zweiten Tag bereit.

Dann geht es aber endlich los. Wir fahren von Cannonville aus auf die Cottonwood Canyon Road und biegen kurz hinter dem Ortsausgang rechts auf die Skutumpah Road ab. Unser erstes Ziel ist Bull Valley Gorge. Bei unserem letzten Besuch in 2005 haben wir zwei Mal versucht, in den Canyon zu kommen, sind aber immer wieder an den Drop-offs und den sich genau darunter befindlichen Pools gescheitert. Aber heute soll es nun endlich klappen. Wir packen unsere Rucksäcke und machen uns auf den Weg. Wir tragen uns im Trailregister ein und lesen die vorigen Einträge. Vor ein paar Tagen war eine Familie im Canyon. Sie haben notiert, dass es sogar ihre siebenjährige Tochter Abby geschafft hat, in den Canyon zu kommen. Also, wenn es sogar Abby geschafft hat, warum dann nicht auch wir. Hoch motiviert, es dieses Mal zu schaffen, brechen wir auf. Wir laufen den Trampelpfad am Rand des Canyons bis zu dessen Ende. Am Ende ist der Canyon so flach, dass man locker hinab steigen kann. Kurz danach gibt es aber den ersten Drop-off. Es lehnt ein Baumstamm an den Felsen, der das Absteigen erleichtert. Aber es ist eine ziemlich wackelige Angelegenheit und Bianca ist etwas mulmig dabei. Aber mit Matthias Hilfe klappt es dann.

So, das wäre schon mal vollbracht, aber soweit haben wir es auch schon die letzten Male geschafft. Nach ein paar Metern kommt dann der nächste Drop-off. Hier haben wir beim letzten Mal umgedreht, da sich genau unter dem Abstieg ein Pool befand, dessen Tiefe man von oben nicht abschätzen konnte. Der Matsch an der Seite machte ein sicheres auftreten zudem so gut wie unmöglich. Aber dieses Mal ist es ganz trocken. Kein Wunder, denn im Motel hat man uns erzählt, dass es hier zuletzt im Oktober geregnet hat. Außerdem ist es so warm wie schon lange nicht mehr. Und auch jetzt um 11 Uhr sind es schon wieder 32° C. Wieder lehnen Baumstämme an den Felsen und hier kommen wir auch relativ leicht hinunter.

Gespannt, ob das das letzte Hindernis ist, wandern wir weiter. Die Canyonwände werden immer höher und der Canyon gefällt uns so gut, dass wir andauernd stehen bleiben, um Fotos zu machen.

So kommen wir nicht wirklich schnell voran. Und dann ist es auch wieder soweit – wir stehen vor dem nächsten Drop-off. Dieser ist schon ziemlich tief und wir überlegen, ob wir nicht lieber umdrehen sollen. Es ist zwar auch ein Seil am Abstieg befestigt, aber wir haben ja schon oft genug gelesen, dass man diesen Seilen nicht trauen soll, da man nicht sicher sein kann, dass sie auch noch halten. Aber trotz dieser Einsicht macht sich Matthias an den Abstieg. Auch der Umstand, dass ein Baumstamm auf dem anderen steht und man nicht weiß, ob der obere nicht einfach wegrutscht, schreckt ihn das nicht ab. Zum Glück geht alles gut und so wagt auch Bianca den Abstieg. Wie sich später herausstellt, sollte dies das letzte Hindernis sein.

Überwältigt von den Farben des Canyons laufen wir weiter. Es liegen immer wieder große Felsen, die vom Canyonrand heruntergefallen sein müssen, im Weg, aber über diese kann man leicht hinweg klettern oder unten durch krabbeln.

Und dann stehen wir endlich unter der Brücke. Hier kam es im Jahr 1954 zu einem tödlichen Unfall. Drei Männer sind mit ihrem Pickup von der Straße abgekommen und in den Canyon gerutscht. Dort blieb der Wagen dann stecken. Die Brücke ist danach verbessert worden, den Wagen hat man aber stecken lassen. Wir machen etliche Fotos von dem Wagen und gehen den Canyon dann noch ein wenig weiter.

Der Canyon weitet sich jetzt immer mehr. Wir überlegen kurz, ob wir den Bull Valley Gorge über den Sheep Creek bis zum Willis Creek laufen sollen. Dies wäre aber eine 20 km Wanderung und wir entscheiden uns dagegen. Also drehen wir kurz danach um und machen uns auf den Rückweg. Die drei Hindernisse stellen auf dem Rückweg keine Schwierigkeit mehr dar und es bewahrheitet sich wieder mal, dass es rauf leichter geht als runter. Um 13:30 tragen wir uns am Trailregister wieder aus.

Stolz, es dieses Mal geschafft zu haben, fahren wir weiter. Wir überlegen kurz, ob wir dem Willis Creek noch einen Besuch abstatten, aber da wir in 2005 schon zwei Mal da waren, entscheiden wir uns dagegen. Beschwingt durch das Erlebnis im Bull Valley Gorge fahren wir zum Round Valley Draw. Auch hier mussten wir im Jahr 2005 umdrehen, weil wir den Abstieg nicht geschafft haben. Etwas Bedenken hatten wir vor der Anfahrt. Als wir das letzte Mal hier waren, gab es eine Stelle, an der man ein Flussbett überqueren musste. Und diese Stelle war schon so ausgespült, dass Matthias nur mit Einweisung durch Bianca über diese Stelle fahren konnte. Sie war wirklich nur spurbreit. In Berichten im Internet haben wir gelesen, dass diese Stelle immer schlimmer geworden sein soll. Also waren wir entsprechend gespannt. Als wir sie dann endlich erreichen, sind wir über den Zustand mehr als überrascht, denn sie ist sehr gut ausgebessert und stellt überhaupt kein Problem dar. Nach etwa drei Kilometern auf dem Jeep-Trail erreichen wir den Parkplatz. Wir schnallen unsere Rucksäcke auf und steigen in den Wash hinab. Das Laufen im Wash ist ziemlich anstrengend, da er sehr sandig ist. Außerdem sind mittlerweile auch schon wieder 39° C. Nach ca. 1,25 km erreichen wir den Einstieg zum Canyon. Der Eingang erinnert stark an den Lower Antelope Canyon. Man kann nur eine schmale Felsspalte im Boden sehen.

Gleich am Anfang gibt es die erste Kletterpassage, die aber noch kein Problem darstellt. Kurz danach stehen wir aber vor der Stelle, an der wir auch letztes Jahr umgedreht haben. Der nächste Drop-off ist ziemlich tief (ca. 4 m). Es ist zwar wieder ein Baumstamm als Kletterhilfe angelehnt, aber diesen kann man nicht sofort erreichen. Er befindet sich in ca. 2 m Entfernung. Um dorthin zu gelangen, muss man an dem Felsen herunter klettern. Da es hier aber sehr schmal ist und man sich nicht wirklich abstützten oder festhalten kann, empfinden wir diese Stelle als zu gefährlich.

Wir überlegen vielleicht 20 Minuten, ob wir es nun wagen sollen oder nicht und entscheiden uns dann dagegen. Was sind wir doch für Angsthasen. Aber wahrscheinlich ist es immer noch besser, als es gewagt zu haben und dann verletzt auf dem Canyonboden zu liegen. Etwas enttäuscht, es schon wieder nicht geschafft zu haben, machen wir uns auf den Rückweg zum Auto.

Gegen 16 Uhr sind wir dann wieder am Auto angekommen und überlegen, was wir mit dem angebrochenen Tag noch machen sollen. Zunächst verlockt der Gedanke, einfach nach Escalante zu fahren und einen ruhigen Abend zu verleben. Aber dafür sind wir schließlich nicht in dieser schönen Gegend, in der es so viel zu sehen gibt. Also fahren wir schnell noch zum Grosvenor Arch, der gleich in der Nähe liegt, und machen einige Fotos.

Auf dem Weg zurück nach Cannonville kommen wir am Kodochrome Basin State Park vorbei. Da wir diesen Park noch nicht kennen und er den Tag zuvor vom Plan gestrichen wurde, fahren wir heute hinein. An der Entrance Station bezahlen wir USD 6,00 Eintritt. Zunächst machen wir uns auf den Weg zum Chimney Rock.

Auf dem Weg zum Shakespear Arch, unserem nächsten Ziel, sehen wir von weitem einen großen Spire, an den wir aber leider nicht herankommen. Er steht auf einer Wiese, die von Kühen bevölkert ist, aber leider weitläufig eingezäunt ist. Also geht es weiter zum Shakespear Arch Trail. Hier endet auch der Sentinel Trail. Leider sind die Trails nicht ausgeschildert, aber Matthias ist sich sicher, dass wir den Trail nach oben auf den Berg nehmen müssen. Der Weg ist ziemlich steil und bei den Temperaturen erweist sich das als sehr anstrengend. Die Beschreibung, dass der Weg „easy“ sein soll, können wir nicht nachvollziehen. Wir laufen also immer weiter bergauf, aber von einem Arch ist nichts zu sehen.

Da sind wir wohl doch versehentlich auf dem Sentinel Trail gelandet, der moderat bis anstrengend sein soll. Nach den unfreiwilligen Extrameilen und vergeblicher Suche drehen wir um. Unten angekommen sehen wir den wahrscheinlich richtigen Trail, haben aber keine Lust mehr, diesen auch noch zu laufen. Stattdessen machen wir uns auf den Weg zu den größten Spires und schießen lieber noch ein paar Fotos von den im Abendlicht besonders farbenfrohen Felsen.

Noch vor Einbruch der Dunkelheit kommen wir in Escalante im Prospector Inn an und beziehen unser Zimmer. Vorher unterhalten wir uns noch mit der Dame an der Rezeption, die wir bereits von unserem Besuch in 2006 kennen. Nach einer kurzen Hilfe erkennt auch sie uns wieder und verfällt in ihre uns bekannte mitteilsame Art. Zum Schluss bekommen wir als Service für besondere Gäste sogar noch eine Kaffeemaschine für das Motelzimmer.

Anschließend fahren wir zur Tankstelle am Ortsausgang von Escalante und besorgen uns unsere Lieblingspizza mit zwei Lagen Pepperoni (scharfe Salami).


Der vierte Tag in Daten:

Datum
23. Juni 2007
Uhrzeit Utah: Mountain Daylight Time (MDT = GMT-6)

Motel
Prospector Inn , Escalante
Preis pro Nacht (2 Queen Beds): USD 69,60 = EUR 51,67

Eintritt
Kodachrome Basin State Park : USD 6,00

Sonstige Ausgaben
Pizza und Postkarten bei Sinclair in Escalante: USD 11,76 = EUR 8,73

Entfernung
168 km (ohne Bull Valley Gorge; da kein GPS-Empfang vorhanden war)

zum GPS-Track mit Waypoints und zur Anzeige in Google-Earth (KMZ-Datei mit ALLEN Fotos)
(zur Anzeige in Google-Earth ist die Installation von Google-Earth notwendig)

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