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Tag 16: Coyote Buttes South, White Pocket

Heute wollen wir früh aufstehen, denn wir haben einen anstrengenden Tag vor uns. Aber auch wenn der Wecker wie gewohnt um 6:15 Uhr (MDT) klingelt, stehen wir leider erst um 7:00 Uhr auf. Wir packen unsere Sachen zusammen und holen uns an der Eismaschine im Motel Eis für die Kühlbox. Anschließend holen wir uns noch in der Lobby einen Tee zum Mitnehmen.

Gegen 8:23 Uhr machen wir uns dann auf den Weg. Nachdem wir den Wagen vollgetankt haben, ist unser erstes Ziel das Wal-Mart Supercenter. Hier gehen wir zuerst in die Gartenabteilung, um uns eine Schaufel zu kaufen und sehen dann in der Reifenabteilung Tire-Fix-Spray, dass wir ebenfalls mitnehmen. Dies werden wir heute hoffentlich nicht brauchen, aber sicher ist sicher. Und da wir schon mal hier sind, kaufen wir auch noch ein paar Lebensmittel.

Gut ausgerüstet geht es dann auf dem Highway 89 zur Paria Ranger Station. Diese erreichen wir gegen 9:30 Uhr. Da die Lotterie für die Wave Permits schon lange vorbei ist, ist der Parkplatz auch fast leer. Es steht nur ein deutsches Paar vor der Ranger Station, dass sich mit den gewonnenen Permits fotografiert. Die Freude darüber können wir nach unserer Erfahrung aus dem Jahr 2005 gut nachvollziehen.

Wir betreten die Ranger Station und fragen den Ranger nach den Straßenverhältnissen für den Weg zu den Coyote Buttes South. Er fragt kurz nach unserem Auto und als wir antworten, dass wir einen Jeep Liberty haben, ist er beruhigt. Er sagt, dass die Straßen nach dem Regen der letzten Tage "pretty good" seien. Das beruhigt uns ein wenig.

Anschließend fragen wir noch nach dem Weg zur White Pocket von den Coyote Buttes aus und der Ranger gibt uns eine weitere Karte, auf der der Weg eingezeichnet ist. Er sagt uns noch, dass wir 4WD High einlegen sollen.

Damit gut gerüstet machen wir uns dann auf den Weg zur 4,9 Meilen entfernten House Rock Valley Road. Obwohl in der Ranger Station angeschlagen war, dass die Straße auch mit 2WD zu befahren ist, ist die Straße von Anfang an in einem sehr schlechten Zustand, wie wir es noch nie erlebt haben. Der Regen hat der Straße ganz schon zugesetzt. Sie ist ziemlich ausgewaschen und hat immer wieder einzelne felsige Passagen oder tiefe Spurrillen.

Wir kommen nur langsam voran und da vor uns auch normale Pkw fahren, bildet sich bald eine Art Stau auf der House Rock Valley Road. Aus den durchschnittlich 20 mph werden somit 13 mph und wir benötigen für die 8,5 Meilen bis zum Wire Pass Trailhead über eine halbe Stunde. Zum Glück biegen jedoch alle Autos vor uns auf den Parkplatz des Wire Pass Trailhead ab, wo bereits ca. 12 Autos stehen.

Wir fahren die House Rock Valley Road jedoch noch weiter und auf dem weiteren Weg wird die Straße auch zunehmend besser. Knapp 12 Meilen hinter dem Wire Pass Trailhead biegen wir eine halbe Stunde später direkt gegenüber von einem Corral auf die BLM Road 1017 in Richtung Corral Valley ab. Hier sind die Straßenverhältnisse noch relativ gut und wir kommen schnell voran. Nach etwa drei Meilen erreichen wir die broken windmill, wo sich die Straße gabelt . Wir nehmen wir die linke Straße (BLM Road 1066). Hier haben wir im Jahr 2007 wieder umgedreht, da die Verhältnisse zu schlecht waren und uns der Sand einfach zu tief war.

Heute haben wir jedoch keine Probleme. Die Straße ist zwar sandig, aber der Sand ist nach dem Regen nicht allzu weich und es gibt immer wieder feste Passagen, auf denen die Reifen genügend grip haben. Die Tiefsandpassagen bewältigt Matthias mit Vollgasfahrten. Der Wagen schwimmt immer wieder mal, aber wir bekommen ihn immer wieder unter Kontrolle. Problematisch ist hier nur der ständige Wechsel von Tiefsand, in dem wir ziemlich viel Gas geben müssen und den steinigen Passagen, bei denen wir abbremsen und Schritttempo fahren müssen.

Nach sechs Meilen erreichen wir dann die Poverty Flat Ranch. Hier biegen wir wieder auf die linke (westliche) Straße ab und erreichen nach weiteren zwei Meilen den Cottonwood Cove Trailhead.

Dort sehen wir bereits ein weiteres Auto parken. Und so suchen wir uns unter einem Baum einen schattigen Platz für unser Auto und packen unsere Rucksäcke. Wir stecken ausreichend Getränke ein und machen uns dann auf den Weg zu den Cottonwood Teepees.

Wir laufen zunächst die Straße weiter und stellen dann fest, dass wir offensichtlich nicht bis zum Ende gefahren sind, denn 250m weiter stehen zwei weitere Autos. Eins davon gehört zu Paria Outpost, einem Anbieter von geführten Touren.

Wir laufen querfeldein in Richtung der Cottonwood Teepees, die wir schon vom Trailhead aus sehen können. Auf dem Weg dorthin kommen wir an wunderbar blühenden gelben Blumen vorbei.

Nach etwa 20 Minuten erreichen wir dann die Teepees. Wir haben zwar schon die Teepees bei den Coyote Buttes North gesehen und waren in den Paw Hole Teepees, aber der Anblick dieser Teepees ist einfach unglaublich. Sie sind noch farbreicher und haben tolle Formen.

Wir klettern zwischen den Teepees herum und wissen gar nicht, wo wir zuerst hingehen sollen. Hinter jeder Ecke zeigen sich neue Farben und Formationen. Wir können gar nicht mehr aufhören, Fotos zu machen.

Am Anfang gehen wir zu den Formationen, die besonders farbig gezeichnet sind. Hier gibt es ganz interessante rot-gelbe Formationen. Danach gehen wir zu den besonders skurril geformten Steinen. Hier steht u.a. der Weired Rock oder Dali Rock. Es sind aber auch melted rocks zu sehen.

Es gibt hier auch eine Stelle, die uns an die Wave in den Coyote Buttes North erinnert. Hier klettern wir natürlich auch noch hin.

Wir laufen von einem zum anderen Ende und sind wirklich begeistert. Mit so einer Farben- und Formenvielfalt hätten wir nicht gerechnet. Da wir jedoch heute noch zur White Pocket wollen, ist unsere Zeit hier begrenzt und so machen wir uns gegen 14:00 Uhr wieder auf den Weg zurück zum Auto. Auf dem Weg dorthin kommen wir jedoch noch an einer Ecke vorbei, in der viele Hoodoos stehen.

Nachdem wir auch wieder einige Fotos gemacht haben, müssen wir uns endgültig von diesem Ort trennen. Wir sind etwas traurig, dass wir hier nur so wenig Zeit zur Verfügung haben, aber da die Anfahrt nicht ganz einfach ist, wollen wir den Weg nicht zwei Mal auf uns nehmen.

Wir laufen wieder querfeldein zurück und erreichen gegen 15:00 Uhr unser Auto. Nach einer kurzen Pause machen wir uns dann auf den Weg zur White Pocket. Wir fahren zurück bis zur Poverty Flat Ranch und biegen nun nach links auf den östlichen Abzweig ab. Und gleich hier wird die Straße auch wesentlich schlechter. Während der Sand auf dem Weg zu den Coyote Buttes South noch relativ fest war, so finden wir hier gleich Tiefsand vor. In den tiefen Spurrillen liegen auch schon Bretter und Sträucher. Offensichtlich haben sich hier schon einige Leute festgefahren.

Wir überlegen kurz, ob wir tatsächlich weiter fahren wollen, aber da wir nun schon so weit gekommen sind, wollen wir jetzt nicht einfach aufgeben. Ein Blick auf die Karte zeigt uns, dass wir diese Stelle noch relativ einfach umfahren können.

Nach einer kurzen Umfahrung dieser Stelle fahren wir die Straße also weiter und müssen in den folgenden Tiefsandpassagen ganz schön Gas geben, um über die Hügel zu kommen. Auch wenn die Straße oftmals ganz schön ruppig ist, gehen wir nicht vom Gas, so dass wir ganz schön durchgeschüttelt werden. Wir muten dem Liberty eine ganze Menge zu, aber er macht sich wirklich gut.

An einem der Gatter, die zwischendurch immer wieder zu öffnen sind, treffen wir den Wagen von Paria Outpost. Als wir die Coyote Buttes South verlassen haben, hat er noch dort gestanden. Der Tourguide kennt offenbar eine Abkürzung oder ist an der von uns umfahrenen Stelle abgebogen. Wir folgen dem Wagen, aber der GMC ist klar im Vorteil. Er hat wesentlich bessere Reifen und eine größere Bodenfreiheit. Und so hat er sich nach kurzer Zeit wieder von uns abgesetzt.

Nach etwa 4 Meilen erreichen wir dann die Sand Hills. Und hier ist der Name wirklich Programm. Zunächst kämpft sich unser Jeep 400m an einem Hügel mit 7,5% Steigung nach oben. Anschließend fahren wir einen etwa 600m langen und kurvenreichen Hügel mit ebenfalls durchschnittlich 7,5% Gefälle hinunter. Auf der ganzen Länge befindet sich tiefer Sand, Löcher und immer wieder trockene Sträucher in der Fahrspur von Fahrern die sich an diesem Hügel festgefahren haben. Unser Jeep springt auf und ab. Alles, was nicht festgeschnallt ist, fliegt durch den Wagen. Während wir den Hügel hinunter fahren, fragt sich Matthias schon, wie wir hier auf der Rückfahrt wieder hoch kommen sollen. Und eine ziemlich große Verzweiflung lässt sich nicht verbergen.

Da es für Zweifel nun zu spät ist, fahren wir weiter und parken unseren Jeep eine Meile später an einer Kreuzung. Wir überlegen kurz, ob wir wirklich zur White Pocket gehen wollen oder gleich den Rückweg antreten. Aber wir entscheiden uns für die Wanderung zur White Pocket, schließlich soll der Weg hierher nicht umsonst gewesen sein. Wenn wir schon stecken bleiben, dann wollen wir jedenfalls wissen wofür.

Und so packen wir unsere Rucksäcke und laufen zu dem etwa 800m entfernten Trailhead zur White Pocket. Dort stehen neben dem Wagen von Paria Outpost noch zwei weitere Wagen neben denen Zelte aufgebaut sind.

Schon von weitem können wir die weißen Brainrocks erkennen. Wir laufen in die weiße Felslandschaft hinein und nach ein paar Metern erwartet uns dann eine wirklich farbenprächtige Welt.

Es gibt hier gelbe und rote Felsen, die alle ein weißes Sahnehäubchen haben. Wir laufen begeistert zwischen den Steinen herum und machen ein Foto nach dem anderen.

Und zwischen den Felsen treffen wir dann auch die Gruppe von Paria Outpost. Der Tourguide spricht uns an und fragt, ob wir auch gut hergekommen sind. Wir erzählen ihm, dass wir bei der Anfahrt auch schon einige problemtische Moment hatten, aber wirklich Angst vor dem langen sandigen Hügel auf der Rückfahrt haben. Und er bestätigt unsere Befürchtung, dass eine wirklich große Wahrscheinlichkeit besteht, sich auf diesem Hügel festzufahren. Selbst er habe da schon Probleme hoch zu kommen.

Und dann erzählt er uns, dass es noch eine Alternativroute aus der White Pocket geben würde. Diese würde auch er nehmen und wir könnten ihm folgen. Falls wir vor oder nach ihm losfahren sollten, erklärt er uns jedoch auch noch den Weg, meint aber, wir sollen das nicht weiter erzählen. Für den Fall, dass wir uns festfahren sollten, sagt er noch, dass er uns am nächsten Tag finden würde , da er dann wieder eine Tour zur White Pocket hat.

Wir sind wirklich froh, dass wir den Guide getroffen haben und so langsam weicht unsere Verzweiflung und es kommt wieder Hoffnung auf, hier heil heraus zu kommen. Wesentlich entspannter erkunden wir die weiteren Winkel der kleinen aber absolut sehenswerten White Pocket.

Da wir versuchen wollen vor dem Guide von Paria Outpost den Rückweg anzutreten, machen wir uns nach einer guten Stunde in der White Pocket wieder auf den Weg zurück zum Auto. Dort schauen wir auf unserer Karte, ob wir den beschriebenen Weg finden und machen uns dann an den Rückweg.

Und tatsächlich scheint dieser Weg besser zu sein. Es gibt zwar auch immer mal wieder Tiefsandpassagen, aber es geht nicht so lange und steil bergauf wie auf der vom BLM empfohlenen Route. Und so erreichen wir nach 50 Minuten überglücklich die House Rock Valley Road.

Da die nördliche Anfahrt über die House Rock Valley Road bis zur BLM Road 1017 heute morgen so schlecht war, entscheiden wir uns dafür nach Süden zum Highway 89A zu fahren. Die Straße erweist sich als wesentlich besser und so benötigen wir für die 9 Meilen lediglich 15 Minuten.

Auf unserem Weg vom Highway 89A zum Highway 89 kommen wir an den Cliff Dwellers vorbei. Hier machen wir natürlich einen Stopp und fotografieren die riesigen Steine.

Leider liegen diese jetzt schon im Schatten. Da um diese Zeit keine schönen Fotos mehr zu machen sind, fällt unser Besuch entsprechend kurz aus. Unser nächster Stopp gilt der Navajo Bridge. Auch hier sind wir leider schon zu spät dran, denn der Marble Canyon, durch den der Colorado River hier fließt, liegt schon fast vollständig im Schatten.

Gleich vor der Navajo Bridge befindet sich die Lee's Ferry National Recreation Area. Und da hier unser Annual Pass gilt, machen wir hier auch noch einmal einen kurzen Abstecher. Die Balanced Rocks, die hier stehen, liegen schon vollständig im Schatten und so fahren wir direkt weiter zum Paria Beach. Hier fließt der Paria River in den Colorado River. Und durch die ganzen Sedimente, die der Paria River im Laufe der Zeit angeschwemmt hat, sind hier durch die Verengung des Flussbettes die Paria Stromschnellen entstanden. Da sie zu kurz sind um "Rapids" genannt zu werden, handelt es sich lediglich um einen "Raffle".

Da die Sonne schon ziemlich tief steht und auch hier nach wenigen Minuten bereits hinter den umliegenden Bergen verschwunden ist, machen wir uns gegen 19:45 Uhr auf den Rückweg nach Page. Hier kommen wir 45 Minuten später an.

Eigentlich wollten wir heute unser Hochzeitstagsessen bei Strombolli's nachholen, aber da es jetzt schon so spät ist und wir ziemlich müde sind, entscheiden wir uns dafür, bei Strombolli's nur eine Pizza zu bestellen und mit ins Motel zu nehmen. Wir fahren also dort vorbei und geben unsere Bestellung für eine Pepperoni Pizza mit Extra Cheese auf.

Da die Pizza etwa 25 Minuten benötigt, fahren wir in der Zwischenzeit noch einmal zur Maverick Tankstelle, um unseren nur noch halb vollen Tank wieder zu füllen. Anschließend fahren wir zurück zu Strombolli's und holen unsere Pizza ab. Damit geht es dann ins Motel, wo wir die Pizza bei einem Spiel der Arizona Diamondbacks genießen. Wir überspielen noch die Fotos des heutigen Tages, schreiben unsere Reiseberichte und gehen gegen 3:00 Uhr schlafen.


Der 16. Tag in Daten:

Datum
28. Mai 2009
Uhrzeit Utah: Mountain Daylight Time (MDT = GMT-6)
Uhrzeit Arizona: Mountain Time (MT = GMT-7)
(obwohl wir im Wesentlichen in Arizona unterwegs waren sind alle Zeitangaben in MDT)

Motel
Motel 6 , Page
Preis pro Nacht (1 Queen): USD 67,63 = EUR 48,78

Permits
Coyote Buttes South: USD 10,00 (USD 5,00 p.P.) = EUR xx,xx

Sonstige Ausgaben
Tanken bei Maverik in Page (15,103 G/2,329 USD): USD 35,17 = EUR 25,37
Wal-Mart in Page: USD 37,10 = EUR 26,76
Pizza von Strombolli in Page: USD 16,44 = EUR 11,86
Tanken bei Maverik in Page (9,630 G/2,229 USD): USD 21,48 = EUR 15,49

Entfernung
xxx km

GPS (folgt später)
GPS-Track mit Waypoints und KMZ-Datei zur Anzeige in Google-Earth
Foto-Album mit GPS-Koordinaten des Aufnahmeortes
zum Höhenprofil und den GPS-Dateien

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