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Tag 16: Spooky Slot Canyon, Devils Garden - Cannonville

Das Aufstehen fällt uns jeden Tag schwerer. Bianca hat sich zwar den Wecker auf 5 Uhr gestellt und sie schreibt auch ein paar Zeilen im Reisebericht, aber dann legt sie sich doch lieber wieder schlafen. Erst als die Sonne in Escalante um 6:30 Uhr aufgeht, steht sie auf.

Im Prospector Inn gibt es nur Kaffee und Tee, aber kein Frühstück und so schauen wir uns nach dem Aufstehen an, was wir denn noch so haben. Die Milch, die wir seit Tagen mit uns herumfahren, ist jetzt, wo wir sie brauchen, schlecht. Also steigt Matthias ins Auto, um zum "Supermarkt" zu fahren. Nach kurzer Zeit ist er jedoch wieder da, denn der Markt macht erst um 8 Uhr, d.h. in einer Viertelstunde auf und sonntags hat er ganz geschlossen. Wir müssen kurz überlegen und dann feststellen, dass der Markt wohl heute geschlossen bleibt. Aber dann fällt Matthias ein, dass er ja auch noch zur Tankstelle fahren könnte. Und so fährt er kurz danach noch einmal los.

Gegen 8 Uhr versuchen wir dann die Kinder zu wecken. Zuerst versuchen wir es, indem wir die Vorhänge aufmachen und die Sonne herein lassen. Anschließend machen wir dann Musik an. Aber all das wirkt nicht. Die Kinder sind mittlerweile auch sehr müde. Aber sie gehen ja auch immer spät schlafen.

Um 8:45 Uhr sitzen wir dann aber bei uns im Zimmer am Tisch und frühstücken. Es gibt Cornflakes und das restliche Brot von gestern Abend. Antonia macht es sich auch noch ihren Wrap. Nachdem die Kinder eingeschmiert und angezogen sind, schauen sie Peppa Wutz auf dem iPad, während wir die Koffer packen. Um 10 Uhr können wir dann endlich auschecken.

Wir fahren anschließend noch bei Excursions of Escalante vorbei, um Rick und Amie zu begrüßen. Aber auch hier ist am Sonntag geschlossen. Der Wagen von Rick steht zwar vor dem Trailhead Café, aber an ihrem Privathaus wollen wir dann doch nicht klingeln.

Wir fahren also zum Visitor Center von Escalante, um dort nach den Junior Scientist Books sowie den Straßenzuständen auf der Hole-in-the-Rock Road zu fragen. Die Rangerin gibt uns die Hefte und erzählt uns, dass die Straße in einem guten Zustand sei. Es hat zwar überall geregnet, aber nicht hier, so dass die Straße auch nicht matschig sei. Wir fragen nach dem Spooky Canyon und sie meint, dass wir uns dann schnell auf den Weg machen sollten, denn für den Nachmittag wird Regen erwartet. Im Zebra Canyon sind wohl zwei tiefe Pools, die man nur schwimmend überwinden kann, so dass dieser damit definitiv ausfällt.

Die Kinder schauen sich noch die Ausstellung an. Hier gibt es Mikroskope und Lupen, mit denen man sich Gesteinsproben und Tiere ansehen kann. Das finden sie ganz lustig. Außerdem fangen sie auch schon an, die ersten Aufgaben aus ihrem Heft zu lösen.

Nach ca. 20 Minuten verlassen wir das Visitor Center wieder Vor dem Visitor Center gibt es auch einige Behälter mit Zuckerwasser, die die Kolibris anlocken. Hier schauen wir noch einen kleinen Moment zu, um die kleinen Vögel beim Trinken zu beobachten.

Wir fahren nach Escalante zurück und halten an der Sinclair Tankstelle, um dort zu tanken und noch etwas Eis zu holen. Anschließend geht es dann zur Hole-in-the-Rock Road.

Auf dieser fahren wir ca. 26 Meilen bis zur Dry Fork. Die Straße ist in einem recht guten Zustand. Sie ist trocken, aber auf den letzten Meilen sehr ruppelig. Stellenweise ist sie eine ganz schöne Waschbrettpiste. An einigen Stellen sieht man auch, dass hier ordentlich Wasser über die Straße geflossen sein muss. Aber es gibt keine Stelle, die wirklich schwierig oder gefährlich ist.

Wir nehmen die Abfahrt zu den Dry Fork Slots und fahren die kleine Straße. Nach wenigen Metern sehen wir dann auch den ersten Parkplatz. Von hier aus sind es aber sicher noch 1,5 km bis zum Trailhead. Diesen Weg wollen wir uns sparen und fahren daher zum zweiten Parkplatz. Diese Straße, die man nur mit einem high clearence Fahrzeug fahren sollte, ist in einem wesentlich schlechteren Zustand. Das Auto hat manchmal ganz schön Schräglage und es gibt eine etwas größere Steinstufe zu überwinden. Die Kinder finden die Fahrt aber ganz lustig.

Um ca. 12:30 Uhr haben wir dann den Parkplatz erreicht. Wir packen ausreichend Getränke und etwas zu essen in die Rucksäcke. Die Kinder ziehen noch ihre Wanderschuhe an und dann geht es los. Wir folgen zuerst den Schildern und schreiben uns in das Trailregister ein. Anschließend folgen wir einem Trampelpfad.

Zuerst scheint der Trampelpfad in die falsche Richtung zu gehen, auf jeden Fall finden Bianca und Antonia den richtigen Weg nicht. Also laufen Matthias und Viktoria voran. Und dann sehen wir auch endlich wieder Cairns. Der Weg führt über Slickrock hinunter. Wir müssen uns immer wieder irgendwelche Rinnen oder Cracks suchen, in denen wir hinuntersteigen können. Von hier oben können wir auch schon den Peek-a-Boo Canyon sehen.

Anschließend geht es einen steilen Sandweg hinab. Schon beim Gedanken an den späteren Aufstieg wird uns ganz mulmig. Unten angekommen machen wir erst einmal eine Pause im Schatten. Die Kinder leeren ihre Schuhe aus und wir essen und trinken etwas. Es ist heute sehr warm und die Pause im Schatten tut gut.

Auf sandigen Trampelpfaden laufen wir weiter hinab in das Flussbett. Wir stehen vor Peek-a-Boo und können sehen, dass davor ein großer Pool ist. Er scheint auch recht tief zu sein. Wir können auch die Matschspuren derer sehen, die dann mit ihren nassen matschigen Schuhen versucht haben, den Canyoneingang hochzuklettern. Wir verzichten darauf und gehen weiter zum Spooky Canyon.

Auf dem Weg dorthin kommt uns eine Familie entgegen und die Tochter, die zwar noch etwas jünger ist als unsere Kinder, ist bis zur Hüfte matschig. Entweder ist sie in den Pool hingefallen oder er ist so tief. Auf dem Weg kommen uns noch etliche Personen entgegen. Die Canyons sind heute gut besucht.

Um 13:34 Uhr erreichen wir den Eingang zum Spooky Canyon. Die Kinder sind begeistert und Viktoria rennt gleich voraus. Im Canyon ist es nach der Wanderung in der Hitze schön kühl. Während wir uns durch die engen Wirrungen des Canyons quetschen müssen, ist das für die Kinder überhaupt kein Problem. Sie können ohne Anstrengung den Canyon hindurch rennen.

Wir gehen bis zum Ende des Canyons und hören dann Stimmen. Zwei Personen versuchen gerade von oben in den Canyon hineinzuklettern. Das scheint nicht ganz einfach zu sein. Da es dort eh zu eng wäre, machen wir den beiden Platz und gehen wieder zum Ausgang zurück.

Auf dem Rückweg wird es auf einmal ganz windig und eine ganze Menge Sand und Äste fallen von oben in den Canyon hinein. Wir schauen nach oben und sehen schwarze Gewitterwolken. Sofort kommen Gedanken an Regen und eine Flash Flood auf und wir versuchen schnellstmöglich aus dem Canyon hinauszukommen. Eine gewisse Angst und Panik kommt auf, denn wirklich schnell kommen wir in dem engen Canyon nicht voran.

Wir sind froh, als wir wieder am Ausgang sind. Überraschenderweise stellen wir fest, dass der Himmel eigentlich noch ganz gut aussieht. Er ist noch blau mit einigen Wolken, aber schwarze Gewitterwolken können wir nur ganz weit entfernt erkennen. Matthias klettert noch einen Hügel hinauf, um besser sehen zu können. Aber dann meint er, dass wir noch einmal in den Canyon gehen könnten, uns aber beeilen sollten.

Und so gehen wir alle noch einmal in den engen Canyon, um zu Filmen und Fotos zu machen. Als wir zu der engen Stelle kommen, hören wir wieder Stimmen und Weinen. Es scheint jemand gestürzt zu sein oder Angst zu haben. Und so drehen wir wieder um, um der Gruppe Platz zu machen. Es handelt es um eine französische Familie und die Tochter ist beim Hinunterklettern umgeknickt. Es geht dort wohl 10 m steil nach unten und die Familie rät uns ab, dies mit den Kindern zu versuchen, was wir ja auch gar nicht vorhatten. Außerdem weisen sie uns auch noch einmal auf das Wetter hin.

Wir lassen die Familie durch und gehen dann anschließend auch aus dem Canyon hinaus. Am Eingang spielen die Kinder noch ein wenig im Sand. Da die Wolken zunehmen, machen wir uns dann so langsam wieder auf den Rückweg. Die Kinder sind ein bisschen enttäuscht. Sie hatten sich den Canyon enger vorgestellt. Und das jetzt auch noch der anstrengende Rückweg kommt, ist natürlich auch nicht schön.

Der Weg durch das Flussbett zieht sich ganz schön. Und auch die Stellen an der Canyonwand, die vorhin im Schatten lagen, liegen jetzt komplett in der Sonne. Antonia schimpft und Viktoria streikt. Sie ist auf einmal weg. Sie hat sich einfach unter einen Baum gesetzt und geht nicht weiter. Nur mit etwas Mühe können wir sie überreden, noch ein Stück weiter zu gehen und sich zu uns unter einen größeren Baum in den Schatten zu setzen. Dort gibt es dann kühles Wasser, Traubenzucker und ein paar getrocknete Mangos.

Kurz danach beginnt dann der steile Aufstieg. Zunächst geht es den Sandweg hinauf und dann steil über Slickrock. Wir sind ziemlich außer Puste und machen oben wieder unter einem Baum Pause, um nach Luft zu schnappen. Als eine etwas größere Gruppe kommt, gehen wir weiter.

Um ca. 15 Uhr sind wir wieder oben am Parkplatz. Wir freuen uns auf die Klimaanlage und die kühlen Getränke. Die Kinder freuen sich darauf, endlich wieder ihre Hörspiele zu hören. Da die Wolken zunehmen, machen wir uns schleunigst auf den Rückweg. Bei Regen möchten wir nicht unbedingt auf der Hole-in-the-Rock Road sein.

Der Rückweg geht zügig, ohne weitere Vorkommnisse. Es liegen immer mehr Berge im Schatten und in der Ferne regnet es wahrscheinlich auch schon. Trotzdem biegen wir noch einmal beim Abzweig zum Devils Garden ab. Als wir vor zwei Jahren hier waren, haben die Kinder hier sehr schön gespielt. Leider liegen die Steine auch schon im Schatten der Wolken.

Wir laufen zwischen den Steinen hindurch und suchen wieder den Stein, in dem die Kinder gespielt hatten. Nach einigem Suchen finden wir ihn dann auch und die beiden fangen gleich wieder an Kaufladen zu spielen. Während Bianca bei den Kindern bleibt, läuft Matthias ein wenig herum und macht Fotos.

Da die Wolken immer dunkler werden und zu uns herüber ziehen, entscheiden wir uns nach 40 Minuten doch lieber zu gehen. Auf dem Rückweg bekommen wir auch die ersten Regentropfen ab. Wir fahren auf den Scenic Byway 12 zurück, biegen dann aber nicht nach Escalante, sondern Richtung Boulder ab. Da wir gestern im Dunkeln über den Hogback gefahren sind, wollen wir das heute im Hellen noch einmal nachholen.

Wir halten an dem ersten Aussichtspunkt kurz hinter Escalante. Der Blick ist immer wieder überwältigend. Danach fahren wir den Highway weiter an den Calf Creek Falls vorbei bis zum Hogback. Dort halten wir an und machen Fotos. Es ist schon faszinierend zu sehen, wie steil es an der relativ engen Straße an beiden Seiten hinab geht. Und das ganze ohne Leitplanken.

Danach drehen wir und fahren nach Escalante zurück. Bei Rick und Amie im Trailhead Café ist immer noch nichts zusehen. Wir überlegen kurz, ob wir spontan für morgen eine Klettertour für uns alle organisieren sollen, verschieben das dann aber auf einen späteren Urlaub. Wann immer der auch sein mag.

Bei unserer weiteren Fahrt sagt Viktoria auf einmal, dass sie einen großen Spielplatz gesehen hätte. Und so biegen wir ab und folgen einem Schild, das auf eine Picknick Area hinweist. Und tatsächlich gibt es hier einen riesigen Spielplatz. Der muss neu sein. Es gibt auch einen Wasserspielplatz und Matthias drückt den Knopf zum Starten. Das Wasser schießt aus allen Öffnungen. Ob das so gut war, wissen wir nicht, denn das Wasser sollte während unseres gesamten Aufenthalts nicht mehr ausgehen. Und einen Knopf zum Abstellen gibt es nicht.

Die Kinder rennen zu den Spielgeräten und haben Spaß. Das es kurz vorher geregnet hat und alles nass ist, ist ihnen egal. Sie klettern und rutschen. Die Wanderung scheint also nicht so anstrengend gewesen zu sein.

Nach einiger Zeit kommt Antonia auf die Idee, doch durch die Wasserfontänen zu rennen. Schließlich sind sie ja von den Spielgeräten eh schon nass. Bianca möchte gern die Badesachen der Kinder aus dem Auto holen. Doch das hören die beiden nicht mehr. Sie rennen unter die Duschen, setzen sich auf die Fontänen und sind nach kurzer Zeit platschnass. Also können wir statt der Badesachen nur noch Wechselkleidung besorgen.

Wir ziehen die Kinder um und verlassen Escalante jetzt endgültig. Die Kinder haben etwa 45 Minuten auf dem Spielplatz gespielt und geplanscht und sind jetzt kalt und ausgepowert.

Wir fahren den Highway 12 weiter bis nach Cannonville. Die Fahrt dauert ungefähr 35 Minuten. Wir parken beim Grand Staircase Inn und Matthias besorgt die Zimmerkarte. Wir bekommen ein Zimmer im dritten Stock und bringen unser Gepäck nach oben. Das Zimmer ist schön groß und wir fühlen uns gleich wohl. Viktoria stellt fest, dass wir genau das richtige Zimmer bekommen haben, denn hier hängt ein Bild von "ihrem" Arch.

Wir packen unsere Koffer aus und fahren anschließend nach Tropic. Hier gehen wir im Pizza Place essen. Wir bestellen eine kleine Salamipizza für Viktoria, einen Salat mit Hähnchen und Pommes für Antonia und einen Southwest Burger für Matthias. Bianca darf bei den Kindern mitessen.

Das Essen ist sehr lecker und mit der Schließung des Restaurants um 22 Uhr sind wir dann auch fertig. Müde und satt machen wir uns auf den Rückweg nach Cannonville. Die Kinder gehen gleich ins Bett und Bianca liest ihnen noch zwei Kapitel aus dem Buch Sternenschweif vor. Sekunden später sind die beiden eingeschlafen.

Wir versuchen auch noch, Reiseberichte zu schreiben und Routen und Fotos zu sichern, sind aber auch zu müde. Kurz nach den Kindern sind wir dann auch eingeschlafen.


Der 16. Tag in Daten:

Datum
xx.xx.2017
Uhrzeit Utah: Mountain Daylight Time (MDT = UTC-6h)

Motel
Grand Staircase Inn , Cannonville (gebucht über Grand Staircase Inn )
Preis pro Nacht (2 Queen): USD 154,64 = EUR xxx,xx

Sonstige Ausgaben

Entfernung
145 Meilen

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