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Tag 14: Moqui Hill, Calf Creek Falls, Horizon Arch

Wie immer in diesem Urlaub reißt uns der Wecker um 6:00 Uhr aus dem Schlaf. Nachdem wir die Videos von OK Go , Justin Timberlake und Fergie gesehen haben, steigen wir aus dem Bett. Heute steht eigentlich nichts Großes auf dem Programm, also können wir uns Zeit lassen.

Nach dem morgendlichen Pflegeprogramm packen wir unsere Rucksäcke und bestücken die Kühlbox mit Getränken. Mit Eis können wir uns hier im Prospector Inn leider nicht ausreichend versorgen, da die Eismaschine in der Rezeption steht, die immer besetzt ist. Also holen wir uns hier nur einen Kaffee und eine heiße Schokolade. Dies tut uns auch sehr gut, denn es ist heute wieder ganz schön kalt. Sogar Matthias hat sich einen Pulli übergezogen und das will schon was heißen.

Gegen 7:30 Uhr geht es dann los. Zunächst einmal zur Tankstelle, wo wir uns mit Eis für die Kühlbox versorgen. Und den Luftdruck wollen wir auch noch einmal kontrollieren. Und tatsächlich ist wieder zu wenig Luft in den Reifen. Also schnell wieder etwas Luft eingefüllt, die hier kostenlos ist. Aber wir sind ja auch Meilen vom nächsten Gewässer entfernt.

Dann geht es weiter zur Old Sheffield Road, wo wir auch gestern mit Rick waren. Der Wagen von Markus und Heiko steht nicht mehr da. Gott sei Dank, denn dann ist ihnen auch nichts passiert.

Als wir gestern zum Canyoneering gefahren sind hat, uns Rick auf eine Landschaft aufmerksam gemacht, in der es schöne farblich interessante Gesteinsformationen geben soll. Die wollen wir uns heute anschauen und auch den Moqui Hill suchen. Letzteres könnte etwas schwieriger werden, da wir nur vage Beschreibungen im Internet gefunden haben. Aber wir sind guter Dinge.

Nach ca. 6 km parken wir unseren Wagen an der Stelle, die uns Rick genannt hat. Wir versuchen unseren Wagen ein wenig im Schatten zu parken, doch wahrscheinlich wird er eh wieder in der prallen Sonne stehen, wenn wir zurückkommen. Wir machen unsere Rucksäcke fertig und programmieren unser GPS, damit wir auch unser Auto wieder finden.

Wir stehen vor einem großen und hohen Hügel, über den wir jetzt klettern oder rechts herum laufen könnten. Wir entscheiden uns gegen das Klettern und laufen rechts herum. Das Laufen geht relativ einfach, da wir auf festem Untergrund laufen können. Und dabei wird uns auch ein bisschen wärmer.

Die Landschaft ist hier sehr schön, aber noch nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Rick hatte uns erzählt, dass es hier Felsen in allen möglichen Farben gibt, sogar blaue. Was wir jetzt hier sehen, sind aber nur die Farben, die es hier überall in der Gegend gibt, nämlich alle möglichen Gelb- und Rot-Töne. Etwas enttäuscht sind wir schon, aber vielleicht sind wir ja doch noch nicht an der richtigen Stelle. Wir gehen also noch weiter und dann ändert sich die Landschaft allmählich.

Wir sehen jetzt auch einen rötlichen Berg und dann sehen wir auch die blauen Streifen im Felsen. Das ganze sieht wunderschön aus. Zudem gibt es auch noch seltsame Steinformationen, durch die sich auch diese Streifen ziehen. Es gibt jedoch auch gelbe Formationen, die sich von dem roten Stein sehr schön abheben.

Wir zücken unsere Fotoapparate und können gar nicht mehr aufhören, Fotos zu machen. In der Ferne sehen wir auch einen gelben Felsen, ähnlich dem Yellow Rock an der Cottonwood Canyon Road. Dort wollen wir auch noch hin und da der Berg in der Richtung liegt, in der wir auch den Moqui Hill vermuten, passt das ganz gut.

Der Weg dorthin erweist sich schwieriger als wir gedacht haben, denn jetzt müssen wir durch Sand und zwischen kratzigen Büschen hindurch laufen. Bald schon haben wir ziemlich zerkratzte Beine. Mittlerweile ist es 9:00 Uhr und langsam wird es auch etwas wärmer. Die Pullis können wir aber noch nicht ausziehen.

Wir erreichen den gelben Hügel und klettern hinauf. Wirklich interessante Dinge gibt es hier jedoch nicht zu sehen. Jetzt stehen wir jedoch vor der Entscheidung, zum Auto zurückzugehen und ein wenig näher an die Stelle zu fahren, an der wir den Moqui Hill vermuten oder einfach weiter zu laufen. Wir entscheiden wir uns dafür, einfach weiter zu gehen.

Wir gehen also weiter und die nächsten Minuten passiert auch nichts Aufregendes. Als wir schon gar nicht mehr damit rechnen auf Moquis zu stoßen, kommen wir auf einmal zu einem Hügel, der über und über mit Moqui Marbles bedeckt ist. Komischerweise liegen diese Moquis nur auf dieser Seite des Hügels, dafür aber ganz konzentriert. Dass es sich hier um den eigentlichen Moqui Hill handelt, bezweifeln wir jedoch.

Wir schauen uns die Moquis hier aber erst einmal genauer an. Sie sind viel größer als diejenigen, die wir am Zebra Slot Canyon gesehen haben. Außerdem sind sie auch noch ganz. Die letzten, die wir gesehen haben, sahen aus, wie in der Mitte durchgeschnitten.

Wir machen also ausgiebig Fotos und sehen uns um. Mittlerweile ist es 9:30 Uhr und wir überlegen, ob wir noch weiterlaufen sollen. Doch Moqui Marbles haben wir jetzt genug gesehen. Etwas anderes bekommen wir am Moqui Hill wahrscheinlich auch nicht zu sehen. Also entscheiden wir uns dafür, zum Auto zurück zu gehen. Schließlich wollen wir ja heute noch mehr sehen.

Jetzt müssen wir die 2 km Luftlinie wieder zurück und mittlerweile ist es wieder ganz schön warm. Die Pullis landen jetzt im Rucksack. Wir laufen jetzt auf dem direkten Weg zurück, doch dies führt uns noch mehr durch den weichen Sand und die kratzigen Sträucher. Der Weg zurück fällt uns daher relativ schwer. Die Landschaft können wir dabei nicht so recht genießen, denn wir müssen immer wieder auf den Boden schauen und aufpassen, wo wir lang laufen, denn diese Sträucher tun wirklich ganz schön weh.

Gegen 10:00 Uhr erreichen wir den letzten Hügel, hinter dem unser Auto steht. Vorhin sind wir ja außen herum gelaufen, doch das war auch ganz schön weit. Also versuchen wir, jetzt einfach oben drüber zu kommen. Der Hügel ist ziemlich hoch und steil und nach der zweistündigen Wanderung sind wir schon ganz schön kaputt. Das Klettern ist dementsprechend anstrengend. Trotzdem ist es noch einmal schön, denn die Spitze des roten Hügels sieht aus wie mit weißen Sahnehäubchen bedeckt. So ähnlich muss es an der White Pocket aussehen.

Kurz danach erreichen wir dann unser Auto, das wie zu erwarten in der prallen Sonne steht. Erst einmal nehmen wir kalte Getränke aus der Kühlbox und dann geht es auch schön wieder weiter.

Wir fahren die Old Sheffield Road zurück zum Highway 12, biegen aber nicht nach links in Richtung Escalante ab, sondern nach rechts in Richtung Calf Creek Falls. Nach nur wenigen Minuten erreichen wir den Abzweig zum Campground. Dieser sowie der Parkplatz sind ziemlich voll. Wir finden jedoch noch einen freien Parkplatz und gehen erst einmal zur Informationstafel. Dort finden wir auch die Umschläge, in die wir die Parkgebühr von USD 2 stecken. Den anderen Teil des Umschlags legen wir ins Auto hinter die Windschutzscheibe.

Wir überlegen kurz, ob wir die Wanderung machen sollen, denn bei den ganzen Autos, die hier parken, müssten ganz schön viele Leute unterwegs sein. Und das gefällt uns mittlerweile gar nicht mehr so gut. Wir sind lieber an Orten, an denen wir alleine sind. Aber dann entscheiden wir uns doch dafür, zu den Calf Creek Falls zu laufen. Da es mittlerweile schon 11:00 Uhr ist, ist es für andere Wanderung doch schon etwas spät. Schließlich wollten wir spätestens um 12:00 Uhr an den Wasserfällen ankommen.

Also machen wir uns schnell auf den Weg. Getränke haben wir reichlich im Rucksack, doch der Weg wird nicht allzu anstrengend sein, glauben wir zumindest. Der Weg zu den Wasserfällen ist etwa 5 km lang - eine Richtung. Gleich am Anfang des Weges gibt es eine Box, in der sich eine Karte mit diversen Erklärungen zu Flora und Fauna auf dem Weg zu den Wasserfällen befindet. Diese Karte stecken wir uns ein und suchen - zumindest am Anfang - die Stationen, die in der Karte erklärt sind. Leider sehen die Pfähle, auf denen die Zahlen stehen teilweise zu unscheinbar aus, dass wir sie übersehen und aufgrund unseres schnellen Schrittes einfach daran vorbei laufen. Außerdem finden wir die Erklärungen nicht so spannend.

Der Weg ist teilweise doch etwas steiler als erwartet und liegt jetzt um die Mittagszeit in der prallen Sonne. Es sind schon viele Leute unterwegs, die oftmals ziemlich langsam laufen und an denen wir auf dem schmalen Weg nicht so einfach vorbei kommen. Einige der Personen machen schon auf den ersten Metern schlapp, was uns bei den Figuren auch gar nicht wundert. 10 km in der Mittagshitze wandern ist bestimmt nicht ohne. Doch dann gibt es auch wieder ältere Personen, die wir treffen und denen das ganze scheinbar nichts ausmacht.

Matthias legt ein ganz schönes Tempo vor und Bianca muss sich mächtig ranhalten, um hinterher zu kommen. Nach einigen Kilometern in der Sonne geht es dann gegen Ende zum Creek hinunter. Hier laufen wir unter Bäumen im Schatten und auch das Wasser des Creeks sorgt für etwas Abkühlung.

Nach ungefähr einer Stunde erreichen wir die Calf Creek Falls, die wir schon einige Zeit vorher hören konnten. Die Wassermassen stürzen sich hier etwa 40 Meter senkrecht in die Tiefe. Das Wasser spritzt ganz schön. Wir müssen unsere Pullis wieder anziehen - so kalt ist es hier.

Direkt an den Fällen stehen einige Leute und so müssen wir einen Moment warten, bis wir unsere Fotos machen können. Matthias möchte auch Fotos aus einer anderen Perspektive machen und so versucht er trockenen Fußes über den Creek zu kommen, in dem er sich große Steine als Weg sucht. Leider klappt es nicht so ganz und er rutscht ab. Und wieder einmal hat Bianca die Kamera nicht rechtzeitig parat. Dem Fotoapparat ist zum Glück nichts passiert, so dass Matthias seine Fotos machen kann.

Leider ist es um 12:00 Uhr etwas zu spät, denn die Fälle liegen schon halb im Schatten. Nur an der Seite ist noch etwas Sonne. Dabei hatte uns doch der seltsame Mann im Devils Garden extra gesagt, dass man um die Mittagszeit hier sein sollte. Und auch in unseren anderen Beschreibungen steht etwas von der Mittagszeit. Wahrscheinlich gilt das für den Sommer und nicht den September.

Wir bleiben eine knappe halbe Stunde bei den Wasserfällen, dann machen wir uns auf den Rückweg. Hier treffen wir dann so einige Leute, die wir bereits vom Hinweg kennen. Als wir den Schatten des Creeks wieder verlassen und den Weg in der Sonne über die Felsen laufen, treffen wir auf einmal das Pärchen, das wir auch schon im Devils Garden und Peek-a-Boo getroffen haben. Sie erzählen uns, dass sie nach den Erzählungen des seltsamen Mannes auch neugierig geworden sind und sich die Calf Creek Falls anschauen wollten. Da die beiden etwas langsamer unterwegs sind als wir, verabschieden wir uns und laufen zügig weiter zurück zum Auto.

Nach ungefähr 50 Minuten sind wir zurück am Parkplatz. Dieser ist immer noch sehr voll. Wir fragen uns, wo all die Leute sind, denn so viele haben wir nun nicht auf dem Weg zu den Calf Creek Falls getroffen.

Schnell holen wir uns frische Getränke aus der Kühlbox und dann geht es auch schon weiter. Mittlerweile ist es 13:30 Uhr und der Tag ist noch lang. Wir überlegen, was wir mit dem restlichen Tag anfangen, sind aber noch unschlüssig. Also fahren wir erst einmal zurück nach Escalante. Hier ist es um diese Zeit wie ausgestorben. Nicht das hier abends der Bär toben würde, aber ein wenig mehr ist schon los. Das einzige ist, dass der Supermarkt, wenn man ihn denn so bezeichnen kann, offen hat. Wenn wir sonst abends oder morgens daran vorbei fahren, hat er immer zu, so dass es dieses Mal noch kein Eis für Matthias gab.

Wir halten kurz am Prospector Inn und gehen hinauf in unser Zimmer. Kurz überlegen wir, ob wir uns einfach ins Bett legen, doch dafür ist der Tag zu schade. Also stöbern wir in unseren Unterlagen, ob wir noch ein Ziel finden, dass man an einem halben Tag schafft. Da stoßen wir auf den Horizon Arch. Schnell ist für uns klar - das machen wir jetzt. In der Beschreibung steht zwar, dass der Aufstieg zum Arch steil und teilweise riskant ist, doch unser Ehrgeiz ist geweckt.

Wir füllen schnell noch die Getränke auf, nehmen alles Überflüssige aus den Rucksäcken und dann geht es los. Kurz hinter dem Prospector Inn biegen wir auf die Smoky Mountain Road ab. Diese sind wir schon einmal im letzten Jahr gefahren, hier aber die ganze Straße bis nach Big Water. Dieses Mal müssen wir zum Glück nur wenige Meilen fahren, denn die Straße ist nicht wirklich in einem guten Zustand.

Nach wenigen Minuten entlang und 4,5 Meilen, die zum Teil durch den Alvey Wash führen, erreichen wir den Coal Bed Canyon durch den der Caanan Creek verläuft. Hier parken wir zunächst unseren Wagen und laufen den Weg entlang dem Wash. Da dieser Weg relativ gut ist, entscheiden wir uns lieber noch ein wenig weiter zu fahren. Wir steigen also wieder ins Auto und fahren noch ca. 1,3 km, bis der Weg direkt in den steinigen Wash führt und so schlecht wird, dass wir nicht mehr weiter fahren wollen. Also parken wir hier und haben zumindest ein Meter gespart.

Wir nehmen unsere Rucksäcke und gehen hinunter in den Wash. Das Laufen im Wash ist relativ leicht; der Boden ist fest, nur ab und zu liegen große Steine im Weg. Nach 700 Metern (2 km von der Straße) erreichen wir einen breiteren Seitenarm des Canyons. Hier müssen wir in den Mitchell Canyon abbiegen. Wie man an den Reifenspuren sehen kann, gibt es auch Leute, die bis zu diesem Punkt mit dem Auto fahren. Ab hier geht es jedoch definitiv nur noch mit einem ATV weiter. Nach weiteren 1,5 km kommt von rechts ein Zufluss, der durch große Felsbrocken versperrt ist. In diesen müssen wir abbiegen. Jetzt wird es steiniger und an einigen Stellen müssen wir über Hindernisse klettern. Doch das geht ohne große Probleme, auch wenn wir stellenweise die Hände zur Hilfe nehmen müssen. Diesem kleinen Wash folgen wir ca. 800 m bis wir zu einer Stelle kommen, an der sich der Wash scheinbar teilt. Von dieser Stelle aus sind es eigentlich nur noch ca. 800 m bis zum Horizon Arch, doch jetzt folgt der anstrengendste Teil der Wanderung. Genau vor uns befindet sich ein ziemlich steiler Hügel, den wir jetzt hinauf müssen. Auf den ersten 200 m müssen wir 75 Höhenmeter überwinden. Wir suchen uns eine Stelle, die nicht ganz so steil aussieht und beginnen, hinauf zu klettern. Das erweist sich als ein bisschen schwierig, da der Untergrund sehr rutschig ist. Wir müssen daher oft die Hände zu Hilfe nehmen. Der Hügel ist über und über bedeckt mit Geröll und kleinen rutschigen Steinen bedeckt, die ein wenig wie Tonscherben aussehen.

Oben angekommen, müssen wir uns erst einmal orientieren. Wir halten uns rechts und laufen außen an der Bergkante entlang, um den Slalomlauf durch die dichte Vegetation zu vermeiden. Nur nicht abrutschen, hier geht es ziemlich steil nach unten. Nach einigen Minuten können wir den Arch schon in der Ferne sehen. Eigentlich sind es nur noch ein paar Meter, doch wir müssen immer wieder Hindernisse überwinden, so dass wir nicht ganz so schnell vorankommen, wie wir uns das vorgestellt haben. Da es jetzt schon nach 16:00 Uhr ist und die Sonne in ca. 2,5 Stunden untergeht, müssen wir uns beeilen, denn wir wollen den Weg nicht im Dunkeln zurückgehen. Doch jetzt sind wir so kurz vor dem Ziel, da wollen wir nicht aufgeben.

Und dann ist es endlich soweit, wir haben den Horizon Arch erreicht. Wir machen erst einmal eine kurze Pause und legen unsere Rucksäcke ab. Bei einem Schluck Wasser genießen wir die Sicht auf den Arch. Er sieht wirklich toll aus. Die Sonne steht schon ziemlich tief und genau hinter dem Arch, so dass die Fotos von dieser Seite nicht ganz so schön werden.

Also gehen wir um den Arch herum, um ihn uns auch von der anderen Seite anzusehen. Und von hier sieht er auch viel schöner aus. Jetzt verstehen wir auch, warum dieser Arch auch Kissing Dragons genannt wird. Wir machen etliche Fotos aus allen möglichen Perspektiven.

Doch dann drängt uns wieder die Zeit. Mittlerweile ist es 17:00 Uhr, d.h. höchste Zeit, um uns auf den Rückweg zu machen. Schließlich haben wir ca. 2 Stunden für den Hinweg gebraucht. Das könnte knapp werden.

Den Rückweg bis zu dem Geröllabhang finden wir wesentlich leichter und kurze Zeit später stehen wir wieder an der Abstiegsstelle. Von hier oben sieht es viel steiler aus als wir das beim Aufstieg wahrgenommen haben. Wir überlegen noch, welchen Weg wir vorhin hoch geklettert sind, doch den finden wir nicht mehr. Also suchen wir uns einen Weg, von dem wir annehmen, dass wir hier sicher runterkommen. Der Abstieg erweist sich als wesentlich schwieriger als der Aufstieg, denn auf den losen Steinen kommen wir sehr schnell ins rutschen. Und den Sträucher und größeren Felsbrocken kann man auch nicht unbedingt vertrauen, denn auch sie können abbrechen bzw. wegrollen. Langsam geht es voran, doch dann kommt Bianca, die hinter Matthias läuft, plötzlich ins Rutschen. Als sie an Matthias vorbei rutscht, kann er sie gerade noch am Arm festhalten. Das war knapp. Mit einem kleinen Schreck und aufgeschrammten Oberschenkel machen wir uns wieder auf den Weg. Dieses Mal etwas langsamer und vorsichtiger, denn es sind noch einige Meter nach unten.

Im Wash angekommen geht es schneller voran und wir versuchen auch, uns zu beeilen. Wir klettern wieder über die beiden Boulders und erreichen nach wenigen Minuten den Coal Bed Canyon. Das Wandern ist jetzt auch nicht mehr so anstrengend, da die Sonne schon hinter den Bergen verschwunden ist und wir im Schatten laufen. Nach jeder Biegung des Washes glauben wir an unserem Auto angekommen zu sein, doch der Rückweg zieht sich ganz schön. In solchen Momenten kommt einem immer der Gedanke, was man denn tun würde, wenn einem in dieser verlassenen Gegend der Wagen geklaut würde. Doch wer verirrt sich schon hier hin?

Nach ca. 1,5 Stunden haben wir dann endlich unser Auto erreicht. Schnell werden die Rucksäcke im Auto verstaut und die Flaschen mit kaltem Wasser aufgefüllt. Jetzt fahren wir noch die ca. 6,5 km auf der Smoky Mountain Road zurück nach Escalante. Dort angekommen fahren wir gleich weiter bis zur Tankstelle um uns wieder eine Large Pepperoni Pizza zu holen. Mit dieser geht es dann wenige Minuten später ins Motel zurück, wo wir uns erst einmal entspannen und den Tag Revue passieren lassen. Nach dem essen werden die Koffer gepackt, denn morgen früh werden wir Escalante schon wieder verlassen. Dieses Mal war es nur ein kurzer Aufenthalt. Da wir morgen sehr früh aufstehen wollen, gehen wir heute auch entsprechend früh ins Bett.


Der 14. Tag in Daten:

Datum
18. September 2006

Motel
Prospector Inn, Escalante
Preis pro Nacht (2 Queen Beds): USD 63,27 = EUR 50,75

Eintritt
Calf Creek Falls: USD 2,00 (bar bezahlt)
Pizza bei Sinclair in Escalante: ? (bar bezahlt)

Sonstige Ausgaben

Entfernung
137 km

GPS-Track und Höhenprofil

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