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Tag 6: Grand Teton N.P. - Old Faithful

Als der Wecker heute um 5:20 Uhr klingelt, ist Bianca ziemlich müde. Die Nacht war nicht wirklich erholsam. Die Matratze ist sehr weich und die Betten doch relativ klein. Bei jeder Bewegung ist man wach geworden. Außerdem hatten wir die Klimaanlage ausgemacht, weil es gestern relativ kühl war. Und jetzt ist es sehr warm im Zimmer.

Aber es hilft ja nichts, der Reisebericht muß geschrieben werden. Also nimmt sich Bianca das iPad und schreibt den Reisebericht im Bett, denn einen Tisch haben wir in dem kleinen Zimmer nicht.

Kurze Zeit später wird Matthias auch wach und sicher die Routen auf dem Rechner und bearbeitet die Reiseberichte. Um 7:00 Uhr gehen wir dann ins Bad und eine halbe Stunde später werden die Kinder geweckt. Wir ziehen uns an und machen uns fertig. Da es sonnig ist, cremen wir uns auch mit Sonnencreme ein.

Als wir vor die Tür treten, trifft uns jedoch der Schlag. Es ist so kalt. Es sind jetzt nur 60° F (16° C). Also ziehen sich die Damen schnell Strickjacken über. Während wir die Reste zusammenpacken, gehen die Kinder noch einmal in den Garten auf den Spielplatz. Sie schaukeln ein bisschen und spielen dann American Football.

Da unser Zimmer wie gesagt so klein ist, können wir hier auch nicht frühstücken. Wir beschließen daher, einfach unterwegs Halt zu machen und dort zu essen.

Um 9:00 Uhr sind wir dann soweit fertig, dass wir auschecken. Zumindest glauben wir das, denn die Damen gehen fest davon aus, dass Matthias die Schlüssel in die Check-out Box geworfen hat, als er aus Richtung Office kam. Wir steigen also ins Auto und fahren auf die gegenüberliegende Straßenseite zum Supermarkt. Dort wollen wir nach Sprudelwasser für Antonia schauen. Leider gibt es das hier nur in 2 Liter Flaschen. Aber wenn die Flasche erst einmal auf ist, und dann im Auto durchgeschüttelt wird, ist keine Kohlensäure mehr drin. Also wollen wir nach Dosen suchen. Aber leider gibt es hier nur Sprudelwasser mit Geschmack, z.B. Wassermelone/ Minze, Mango/ Orange, Limette usw. da Antonia nicht weiß, ob ihr das auch schmeckt, verzichten wir lieber.

Aber wir finden an der Deli-Theke noch Kartoffelecken. Und natürlich kaufen wir hier 1 Pfund. Und wir finden sogar ein Brot, dass annähernd wie unser Baguettebrot aussieht und sich auch so anfühlt. Damit gehen wir dann zur Kasse und anschließend zum Auto.

Danach machen wir uns auf die etwa einstündige Fahrt zum Grand Teton N.P. Wir verlassen also Driggs und fahren kurze Zeit später durch Victor. Hier hatten wir in 2020 eine Unterkunft gebucht, die wir dann ja wegen COVID-19 stornieren mussten. Dann geht es weiter zum Teton Pass. Wir verlassen jetzt Idaho und kommen nach Wyoming. Wir fahren den ziemlich steilen Pass hinauf und haben einen Blick auf die Berge und das Tal. Allerdings ist es sehr diesig. Daher halten wir unterwegs auch gar nicht an, um Fotos zu machen.

Um 10:35 Uhr erreichen wir Jackson, eine größere Stadt am Rande des Grand Teton N.P. Hier hatten wir auch nach Unterkünften geschaut, aber sie waren einfach überteuert. Aber es gibt größere Supermärkte, so dass wir noch einmal bei Albertsons schauen, ob wir hier das Sprudelwasser finden. Und tatsächlich werden wir fündig. Ein Mitarbeiter kommt gerade mit einer Palette vorbei, auf der ganz unter das Soda Water in Dosen steht. Und er macht die Palette auf und holt das Wasser für uns heraus. Wir sind begeistert. In Deutschland hätten wir wahrscheinlich eine halbe Stunde warten müssen, bis die Palette ausgepackt ist.

Als wir an der Deli Theke stehen, um noch einmal Kartoffelecken zu kaufen, greift Matthias in seine Tasche und merkt, dass er noch die Zimmerschlüssel hat. Er hatte sie gar nicht in die Check-out Box geworfen. Wir sind alle davon ausgegangen, daher hat auch keiner gefragt.

Die Laune ist im Keller. Matthias schreibt die Vermieterin an, dass wir gerade die Schlüssel entdeckt haben und gleich noch einmal vorbei kommen, um sie abzugeben. Uns wäre es ja am liebsten, wenn sie antworten würde, dass wir sie in die Post stecken können, aber so machen wir uns auf den Weg. Dadurch verlieren wir natürlich 1,5 - 2 Stunden.

Wir fahren den Teton Pass also wieder zurück und kommen gegen 11:30 Uhr in Driggs an. Matthias bringt die Schlüssel ins Office und jetzt meint die Dame, dass wir sie doch auch per Post hätten schicken können. Na toll, da hätten wir uns einige Kilometer und Zeit sparen können.

Jetzt geht es aber erst einmal wieder zurück über den Teton Pass bis nach Wilson. Wir überlegen, ob wir uns die Fahrt über Jackson sparen und einfach früher abbiegen. Die Straße ist bestimmt schöner und führt auch in den Grand Teton N.P. Allerdings steht kurz hinter der Abfahrt auf diese Straße ein Schild, dass die Überfahrt nach Moose gesperrt ist. Und da wir dort hin wollen, wenden wir lieber und fahren zurück, um dann doch über Jackson in den Park zu fahren.

Jackson gefällt uns nicht wirklich. Es ist einfach nur groß, voll und touristisch. Wir bekommen hier schon einmal einen Vorgeschmack darauf, wie voll es im Grand Teton N.P. und dann auch im Yellowstone N.P. sein wird.

Wir fahren also die US-89 entlang und kommen nach kurzer Zeit in den Park. Hier halten wir am Parkschild, um ein Foto zu machen. Es ist das erste Mal, dass wir dafür anstehen müssen. Aber wir haben noch Glück, denn als wir fertig sind, hält ein Reisebus an und die ganzen Insassen steigen aus, um ebenfalls Fotos zu machen.

Nach kurzer Zeit erreichen wir das Visitor Center. Hier halten wir erst einmal an. Komischerweise mussten wir noch nicht unseren Park Pass vorzeigen. Wir sind zwar offiziell im National Park, aber er wurde noch nichts kontrolliert. Daher haben wir auch noch keine Park Map.

Im Visitor Center muss man komischerweise eine Maske tragen, das haben wir bisher nirgendwo erlebt. Also laufen wir noch einmal zurück, um welche zu holen. Im Visitor Center lösen die Kinder noch ein paar Aufgaben aus ihrem Heft. Bianca fragt in der Zwischenzeit nach einem Zeitplan für Ranger Programme. Und da wir so spät sind, sind die meisten schon vorbei. Es gibt nur noch um 16:00 Uhr ein Programm in Colter Bay. Und das Visitor Center dort schließt dann um 17:00 Uhr. Wir müssen uns also ganz schön sputen, um das alles zu schaffen.

Mittlerweile ist es 13:20 Uhr und wir gehen schnell zum Auto zurück. Wir fahren die Straße weiter, die einfach nur voll ist. Es sind hier auch LKW“s unterwegs. Bei Moose biegen wir dann ab, um uns die Barns anzuschauen. Als erstes halten wir an der Molton Barn. Es handelt sich um eine alte Scheue, die etwa 1912 erbaut wurde und dekorativ vor dem Teton Gebirge steht. Wir machen ein paar Fotos und gehen dann zum Auto zurück.

Mittlerweile sind die Temperaturen auf etwa 84° F (29° C) gestiegen. Das ist nicht viel, aber es kommt uns sehr warm vor. Wir steigen wieder ins Auto, um die Molton Barn noch aus einer anderen Perspektive zu fotografieren. Und dann halten wir noch in der Mormon Row, wo weitere Häuser und Scheunen stehen.

Es ist jetzt 14:00 Uhr und wir müssen leider immer wieder die Uhr im Blick haben, um das Ranger Programm nicht zu verpassen, da dieses für das Junior Ranger Abzeichen verpflichtend ist. Aber wir halten immer wieder an Aussichtspunkten, die direkt neben der Straße liegen und einfach zu erreichen sind. Der Blick auf das Teton Gebirge ist einfach umwerfend.

Wir biegen dann aber doch noch zu einem kurzen Trail ab. Wir halten auf dem Parkplatz zum Schwabacher Landing. Dort steigen wir aus und laufen den kurzen Trail zum Snake River hinunter. Hier spiegeln sich die Tetons im Wasser, was sehr schön aussieht. Es ist relativ voll hier, aber wir können doch ganz gute Fotos machen. Nur das Wasser ist durch den Wind etwas in Bewegung, so dass die Spiegelung nicht ganz perfekt ist.

Wir laufen zum Auto zurück und fahren zurück zur asphaltierten Straße. Mitten auf der Straße bleibt das vor uns fahrende Auto einfach stehen. Wir wissen nicht wieso und fahren einfach vorbei. Als wir gerade überholen, meint Antonia auf einmal, dass an der Seite en Bighorn Sheep steht. Aus dem Bighorn Sheep wird dann ein Elch. Wir haben leider nichts gesehen, aber sie ist sich sicher, dass es ein Elch war.

Wir fahren die US-89 weiter in Richtung Colter Bay. Auf dem Weg dorthin fahren wir durch eine flache weite Landschaft und sehen dort eine große Herde Bisons. Wir machen ein Foto aus dem Auto heraus, halten aber nicht an.

Kurz danach machen wir noch einen kleinen Abstecher zum Oxbow Bend Overlook. Von hier hat man auch einen schönen Blick auf die Berge mit dem Fluss im Vordergrund.

Als wir Richtung Colter Bay abbiegen, müssen wir durch die Zufahrtskontrolle. Jetzt erst müssen wir unseren Pass zeigen und bekommen de Park Map. Wir fahren direkt zum Visitor Center und suchen uns dort einen Parkplatz. In etwa 12 Minuten soll die Ranger Führung beginnen.

Die Rangerin steht bereits draußen vor dem Visitor Center, weil es dort im Schatten angenehm ist und wir sowieso ein bisschen laufen müssen. Wir unterhalten uns ein bisschen mit der Rangerin und warten auf die anderen Teilnehmer. Um 16:00 Uhr geht es dann los. Wir laufen um das Visitor Center herum und gehen auf die Rückseite, um einen Blick auf den Jackson Lake und die leeren Bootsanleger der Colter Bay werfen zu können. Denn in unserem Vortrag geht es um Wasser.

Als wir uns auf den Weg setzen, weil der von der Rangerin avisierte Picknicktisch besetzt ist, können wir in der Ferne auf einmal einen Schwarzbären sehen, der auf der Wiese in Richtung Wasser läuft. Das ist natürlich ein absolutes Highlight. Leider ist der Bär so weit weg, dass wir ihn nicht richtig fotografieren können.

Wir hören dann noch den Vortrag zu Ende und unterhalten uns weiter mit der Rangerin. Wir sprechen über das Hochwasser in Deutschland, unsere weiteren Ziele und wo man hier im Park Elche sehen kann. Und da bestätigt sie Antonias Sichtung, indem sie meint, dass Schwabacher Landing ein guter Platz für Elchsichtungen ist.

Mittlerweile ist es 16:47 Uhr und in wenigen Minuten schließt das Visitor Center. Wir gehen hinein, die Kinder schreiben die letzten Sachen in ihr Heft und dann gehen wir zum Ranger. Da es so spät ist, schaut er gar nicht mehr in die Hefte, sondern stellt nur eine Frage. Danach bekommen die Kinder ihr Abzeichen und werden vereidigt. Die Kinder sind ein bisschen enttäuscht, dass er sich das Heft gar nicht angeschaut hat.

Wir gehen zurück zum Auto und überlegen, ob wir direkt in den Yellowstone N.P. Fahren oder doch noch einige Aussichtspunkte hier im Grand Teton NP. abfahren, denn wer weiß, ob wir hier noch einmal her kommen. Also entscheiden wir uns für letzteres.

Wir fahren die Parkstraße also noch einmal zurück und halten zuerst an der Chapel of the Sacred Hearts. Die Kirche hier im Park sieht ganz urig aus. Sie ist komplett aus Holz und könnte auch ein anderes Gebäude, wie z.B. ein Visitor Center sein. Wir gehen in die Kirche und schauen uns ein wenig um.

Dann fahren wir aber schnell weiter zum Jenny Lake. Die Straße, die wir fahren wollen, ist eine Einbahnstraße. Sie führt zuerst durch den Wald. Von einem See ist noch nichts zu sehen und wir fragen uns schon, ob es sich überhaupt gelohnt hat, hier entlang zu fahren und den Umweg auf sich zu nehmen. Doch dann kommen wir zu einem Parkplatz direkt am See.

Wir steigen also aus und werfen einen Blick auf den See. Die Aussicht ist wirklich toll, nur leider steht die Sonne ungünstig. Wir haben Gegenlicht und können eigentlich gar kein Foto machen.

Das war dann auch die letzte Möglichkeit, den See zu sehen. Danach entfernt sich die Straße wieder vom See. Wir haben jetzt eigentlich fast alles gesehen, was wir sehen wollten und so machen wir uns auf den Weg zum Parkausgang. Wir fahren durch die Berge und an einigen Stellen ist der Wald komplett tot. Wir verlassen den Park und halten noch einmal am Parkschild, um ein Foto zu machen.

Danach geht es dann weiter in Richtung Yellowstone N.P. Kurz bevor wir in den Park kommen, sehen wir am Himmel einen Hubschrauber fliegen. Und irgendetwas scheint er mit sich mit zu schleppen. Als wir dann am Parkschild vom Yellowstone N.P. halten, können wir alles etwas genauer sehen. Der umliegende Wald brennt an einer Stelle und der Hubschrauber versucht zu löschen. Dazu holt er aus dem vor uns liegenden Fluss, dem Snake River, Wasser und fliegt dann zum Brand.

Wir beobachten das Ganze ein bisschen, aber dann machen wir ein Foto vom Parkschild, nachdem es dort leer ist. Anschließend fahren wir in den Park hinein, zeigen unsere Karte und bekommen die Park Map. Am Lewis Lake halten wir kurz an, denn die Kinder wollen mal ihre Hand ins Wasser halten.

Auf der Straße in den Park sehen wir nach einiger Zeit ein paar Autos am Straßenrand parken. Also halten wir auch und steigen aus, denn parkende Autos am Straßenrad bedeuten immer Tiersichtungen.

Wir gehen auf die andere Straßenseite und sehen tatsächlich zwei Tiere. Wir sind uns allerdings nicht sicher, ob es sich um Rehe oder Elche handelt. Wir machen trotzdem ein paar Fotos und fahren dann weiter.

Wir wollen jetzt auf schnellstem Weg zu unserer Unterkunft. Wir fahren also Richtung Old Faithful Village und suchen dort die Snow Canyon Lodge. Die Beschilderung ist manchmal verwirrend und die Straßen sind Einbahnstraßen, aber nach kurzer Zeit haben wir es gefunden. Wir suchen uns einen Parkplatz und gehen in ein großes Gebäude, um die Rezeption zu suchen.

Matthias findet sie schließlich und besorgt uns die Zimmerkarte. Danach laufen wir zum Auto zurück und Antonia lotst Matthias durch die Anlage bis zu unserer Cabin. Wir halten direkt vor der Cabin und steigen aus. Von außen sieht sie ganz nett aus und wir sind gespannt, was uns drinnen erwartet. Die Kinder gehen voran und wir folgen ihnen. Wir sind überrascht, wie groß die Cabin ist. Nach unserer gestrigen Nacht sind wir auf alles gefasst gewesen. Aber hier ist es im Vergleich zu gestern riesig. Und zu Biancas Freude gibt es sogar eine Kaffeemaschine.

Wir holen die wichtigsten Sachen aus dem Auto und bringen sie in die Cabin. Dann schauen wir in der App vom NPS, wann der Old Faithul ausbricht. Und wir haben Glück. Die nächste Eruption soll um 21:19 Uhr sein. Jetzt ist es 20:30 Uhr. Wir haben also Glück und gehen um 20:40 Uhr zum Old Faithful.

Wir können den Old Faithful schon von Weitem sehen. Es ist ein riesiger Platz und ein Bordwalk mit Bänken um den Geysir gebaut. Jetzt um diese Zeit sind die Bänke nicht voll. Aber wir bekommen schon einmal einen kleinen Vorgeschmack darauf, wie es morgen werden wird. Jetzt sind wahrscheinlich nur noch Hotelgäste hier im Park.

Der Old Faithful dampft und um 21:13 Uhr bricht er dann endgültig aus. Für uns ist das sehr spannend, denn wir haben noch nie einen Geysir gesehen. Und da die Sonne gerade untergeht können wir auch ganz gute Bilder machen.

Nach vier Minuten ist das Spektakel zu Ende und wir gehen in unsere Cabin. Es ist jetzt kalt und wir werden von Mücken zerstochen. Leider sind in der Hütte auch welche.

In der Hütte essen die Kinder und Matthias noch ein paar Cornflakes bzw. Joghurt. Danach geht Viktoria gleich schlafen. Da Antonia noch etwa auf dem iPad lesen möchte, geht Bianca auch gleich schlafen, denn wenn das iPad belegt ist, kann sie keinen Reisebericht schreiben.


Der sechste Tag in Daten:

Datum
19.07.2022
Uhrzeit Idaho/Wyoming: Mountain Daylight Time (MDT = UTC-6h)

Übernachtung
Old Faithful Snow Lodge, Old Faithful (gebucht über Xanterra.com )
Preis pro Nacht (Frontier Cabin, 2 Doppelbetten): USD 215,66 = EUR xxx,xx

Eintritt
Grand Teton N.P. (USD 35,00 - im Annual Pass enthalten)
Yellowstone N.P. (USD 35,00 - im Annual Pass enthalten)

Sonstige Ausgaben
xxx in Driggs: USD xx,xx = EUR xx,xx
Albertsons in Jackson: USD xx,xx = EUR xx,xx

Entfernung
249 Meilen

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